Kirchen(Innen)renovierung

Die Innenrenovierung unserer Pfarrkirche ist nach mehr als 2 Jahren harter Arbeit endlich abgeschlossen. Nun ist Zeit sich an den Weg, der uns hierher führte zu erinnern, Bilanz zu ziehen und sich an dem "Ergebnis" zu freuen. In diesem Sinne lassen wir die wichtigsten Schritte der Innenrenovierung noch einmal Revue passieren .

Die Innenrenovierung unserer Pfarrkirche beinhaltete drei große Problemkreise:

* Die Sanierung der Infrastruktur

* Die Restaurierung der Kunstwerke

* Die Neugestaltung wichtiger Gottesdienstorte gemäß den liturgischen Vorschriften der katholischen Kirche und den Gottesdiensterfahrungen der Pfarrgemeinde.


Dazu war ein mehrjähriger Planungsvorgang mit denkmalpflegerischen, bautechnischen und liturgischen Schwerpunkten notwendig. Drehscheibe dafür war der pfarrliche Bauausschuss, der sowohl die innerpfarrliche Planung als auch die Koordination mit Bundesdenkmalamt, Erzdiözese Wien, Stift Klosterneuburg, Architektenbüro, Beratern und ausführenden Firmen durchführte. Ihm und allen, die auf irgendeine Weise zum Gelingen dieses Vorhabens beigetragen haben, sei hier herzlicher Dank gesagt.

1.) Das denkmalpflegerische Konzept geht vom Erscheinungsbild um 1830 mit späteren Ergänzungen aus. Das macht unsere Kirche heller und farbenprächtiger vor allem beim Hochaltar, bei den Seitenaltären und bei den Fresken. Vieles kommt wieder zur Geltung, was lange nicht zu sehen war. Die Renovierung der Orgel versuchte den ursprünglichen romantischen Zustand wiederzugewinnen.

2.) Die Sanierung der Infrastruktur führt zu einer Verbesserung des Raumklimas, die sowohl den Menschen als auch den Kunstwerken zu Gute kommt. Eine Verbesserung der Lüftung konnte durch doppelt verglaste Fenster, die geöffnet werden können und einen Luftabzug für den Ruß in der Kerzenkapelle erreicht werden. Eine umweltverträgliche Heizung - Wärmepumpe mit Brunnenwasser -, die die Temperatur in der Kirche auch im Winter nicht unter 10º-12º C fallen lässt. (In extremen Wintern früherer Jahre hatten wir Mindesttemperaturen um den Gefrierpunkt.)

Außerdem wurde ein neues Konzept für die Nebenräume und Kapellen erstellt und deren Einrichtung und Fußböden zum Teil erneuert.

3.) Neue liturgische Anforderungen an den Kirchenraum nach dem II. Vatikanischen Konzil erforderten eine Neugestaltung wichtiger liturgischer Orte an Stelle der bisherigen Provisorien. Eine Grundregel dabei: Was neu ist, soll auch als neu erkannt werden. Um die Kontinuität der Entwicklung unserer Kirche von der Gotik bis ins 21. Jahrhundert zu dokumentieren, blieb die Hälfte der Sitzbänke bestehen und wurde in den Sesselkreis, der die Versammlung um den neuen Hauptaltar und den Ambo ausdrückt, integriert. Der Vorsitz gehört zum Kreis der Versammlung, ist aber etwas abgesetzt. Dadurch kann die Gegenwart Christi in der geordneten Versammlung der Christen deutlicher zum Ausdruck kommen und in Wort und Eucharistie besser gefeiert werden. Das Kreuzbild des einen Seitenaltars nimmt einen deutlicheren inhaltlichen Bezug auf das eucharistische Geschehen und das Josefsbild des anderen Seitenaltars erhält mit den gespendeten Geldgaben als Josefstisch eine liturgische Note. Das neue Taufbecken im Chorraum mit Osterleuchter und Auferstehungskreuz nach der 14. Kreuzwegstation (Grablegung Jesu) zeigt, wie aus dem Grab Jesu neues Leben entsteht.

Ich bin fest davon überzeugt, dass es durch diese Renovierung gelungen ist, in der kulturellen und religiösen Geschichte unserer Pfarrgemeinde einen Schritt weiter zu gehen und unsere Kirche, die immer schon ein Schmuckstück war, neu zur Geltung zu bringen. So ist die Hietzinger Kirche nicht nur der Ausdruck des Glaubens vergangener Zeiten, sondern macht auch unsere heutige Glaubensüberzeugung sichtbar. Wertvoll ist aber nicht nur das Ergebnis der Renovierung, sondern auch der Weg dorthin. Das Nachdenken, Ausprobieren und Diskutieren um zu Entscheidungen zu kommen war zwar oft mühsam und strapazierte bisweilen unsere Nerven, hat sich aber schlussendlich gelohnt, weil es ein gemeinsamer Weg war und weil das Ergebnis das Werk der Gemeinde geworden ist, ungeachtet dessen, was einzelne geleistet haben.

Pfarrer Johannes Kittler

Die Fotos der Renovierungsarbeiten finden Sie in chronologischer Reihenfolge hier.
(Woche 118 vom 05.09.2005 bis 09.09.2005)