PFARRCHRONIK

1253 Hietzing, eine kleine Kapelle, die zu Ehren Mariens errichtet wurde, geht aus dem Besitz der Deutschen Ordensritter in den Besitz des Stiftes Klosterneuburg über
14. Jahrhundert das Stift Klosterneuburg stellt Weltpriester an, die in der Hietzinger Kapelle als Seelsorger tätig sein sollen; bereits zu dieser Zeit gibt es in Hietzing viele Wallfahrer
1484 erstmalige Zerstörung der Hietzinger Kapelle durch die Ungarn, jedoch bald darauf Wiederaufbau
1529 Die Kapelle wird bei der Türkenbelagerung völlig niedergebrannt;
der damalige Prälat des Stiftes Klosterneuburg lässt sie wieder aufbauen;
das Gnadenbild der Muttergottes wird über dem Hochaltar aufgestellt;
seit dieser Zeit ist Hietzing als Wallfahrtskirche bekannt und berühmt
1590 am 10. August wird die wiederaufgebaute Kirche neu geweiht; die Wallfahrten hatten bald wieder regen Zustrom
1605 die Hietzinger Kirche wird beim Einfall der Ungarn neuerlich verwüstet
1630 Klosterneuburger Chorherren beziehen das Pfarrhaus, sie betreuen statt der früheren Weltpriester die immer beliebter werdenden Wallfahrten
1683 auch bei der 2. Türkenbelagerung wird die Kirche vollständig niedergebrannt
1683 - 1698 Christopf Mathäi, Prälat von Klosterneuburg lässt die Kirche wieder errichten und in den folgenden Jahren erheblich vergrößern; der Innenraum wird barockisiert, die Leopoldikapelle angebaut, der Hochaltar wird errichtet
1733 die Johannes-Nepomuk Kapelle wird am Nordteil der Kirche angebaut, damit die große Zahl der Wallfahrer bei Bedarf auch im Freien die heilige Messe feiern kann
1762 Kaiserin Maria Theresia schenkt Hietzing ein von Silber geschlagenes und mit Blumen geziertes Gewand für das Muttergottesbild am Hochaltar
1782 Kaiser Joseph II. hebt die sogenannte Exemtion der Hietzinger Kirche auf, wodurch sie nun Filiale von Penzing ist; die Gemeinde von Hietzing sucht daraufhin sofort um Pfarrerhebung an, ein Ansuchen, das allerdings 1783 zunächst einmal abgelehnt wird
7. Dezember 1785 Prälat Floridus wird vom erzbischöflichen Konsistorium befragt, ob er bereit wäre, "die Seelsorge zu Hietzing allenfalls auch Schönbrunn durch seine Stiftsgeistlichen zu Hietzing zu versehen, und dasige Filiale zu einer eigenen Pfarre erheben zu lassen". Am 10. Dezember erklärt sich der Prälat mit dieser Regelung einverstanden.
4. Juni 1786 Hietzing wird von Kaiser Joseph II. zu einer selbstständigen Pfarre erhoben. Hietzing samt Schönbrunn wird von der Pfarre Penzing abgetrennt und dem Stift Klosterneubug endgültig inkorporiert. Die neue "selbstständige Pfarre Hietzing" umfasst den Ort Hietzing mit etwa 480 Seelen, das K.u.K Lustschloss Schönbrunn mit etwa 285 Seelen und sechs Häuser von Unter St. Veit mit etwa 74 Seelen.
Als erster Pfarrer wirkt Dr. Eugen Desebruch in Hietzing, ihm zur Seite gestellt werden zwei weitere Chorherren, nämlich Christoph Obermayer und Gaudenz Dunkler.
1809 das silberne Gewand der Muttergottes wird abgenommen und in der allgemeinen Silberablieferung eingeschmolzen; die Muttergottesstatue wird fortan mit verschiedenen anderen Gewändern "angezogen"
1829 Josefa Hummel stiftet der Muttergottesstatue wieder ein Kleid aus geschlagenem Silber, das bis heute nicht mehr verändert wurde
1858 die Fresken des Presbyteriums und des Kirchenschiffes werden unter Pfarrer Ambros Roesner einer gründlichen Renovierung unterzogen, gleichzeitig wird auch die Kircheneinrichtung erneuert
1865-1866 Die Kirche wird für die Gläubigen zu klein und deshalb nach Plänen von Carl Rösner nach Westen zu erweitert, gleichzeitig soll die Westfassade und Glockenturm im neugotischen Stil erneuert bzw. errichtet werden. Hietzing bekommt außerdem neue Kirchenglocken.
1877 Aufstellung einer großen Orgel, die bis zum Jahr 1877 in Verwendung gestandene Orgel stammt aus der nach dem Jahr 1683 erfolgten Kirchenrenovierung, war ziemlich klein und schon sehr abgenützt
1902 der damalige Pfarrer Severin Wenzlowsth klagt über eine unzureichend bereitgestellte Orgel und beschließt, auf seine Kosten eine neue Orgel zu bauen; die neue Orgel wird mit Mozart’s Credomesse eingeweiht 
bei dieser Gelegenheit erstrahlt auch zum ersten Mal elektrisches Licht in der Hietzinger Kirche
7.9.1910 die Lourdesgrotte wird eingeweiht
1927 - 1928 unter Pfarrer Bertram Petraschek wird die Kirche wieder einmal innen hergerichtet; Fresken und Stukkaturen werden renoviert, der gesamte Kircheninnenraum frisch ausgemalt
1941 Militärische Einquartierung im Pfarrhof. Für Fronleichnam gibt es in diesem Jahr eine Verordnung, dass Prozessionsfeiern nur auf kircheneigenem Grund erlaubt seien; diese Verfügung kommt einem Verbot gleich, da die Kirche über keinen Grundbesitz verfügt
Februar 1945 zwei schwere Fliegerangriffe der amerikanischen Verbände zerstören große Teile der Hietzinger Kirche, darunter das Dach und die Fenster; auch der Pfarrhof wird schwer beschädigt
1945 die täglichen Fliegerangriffe zwingen die Pfarre dazu, eine Änderung der Gottesdienstordnung vorzunehmen; da die Angriffe mit einer gewissen Regelmäßigkeit gegen 11 Uhr einsetzen, wird die 11 Uhr Messe bis auf weiteres eingestellt; dafür wird um 18.00 Uhr Abendmesse gehalten
11. November 1947 die Wiederaufbauarbeiten beginnen; die Kirchenfassade und der Turm werden eingerüstet
25. Mai 1948 man beginnt mit dem Bau eines neuen Pfarrheimes
1952 Aufgrund eines Beschlusses des Pfarrkirchenrates tritt eine Kommission zusammen, die die Innenrenovierung der Kirche in Angriff nehmen soll. 1954 werden neue Glocken gekauft, 1955 stiften zahlreiche Pfarrangehörige und Freunde der Hietzinger Kirche Kirchenfenster.
1977 bedingt durch die Liturgiereform des II. Vatikanums wird die Kirche innen umgestaltet; die Kanzel wird weggenommen, die Kirchenbänke werden vorne an die Seite gerückt und das Kommuniongitter entfernt
1979 die Spiel- und Sportanlage im Pfarrgarten wird angelegt
1997 das alte ebenerdige Pfarrheim wird abgerissen und an seiner Stelle ein einstöckiges, geräumiges Gebäude errichtet, das genug Platz für alle Gruppen der Pfarre bieten soll
2003 - 2005 Innenrenovierung des Kirchenraumes